“Fremde Literaturwelten?” – Die Literatur Georgiens

Gestern zu Gast in der neuen Literaturreihe “Fremde Literaturwelten?” der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V. und der Buchhandlung Proust: die Übersetzerin Anastasia Kamarauli aus Frankfurt am Main.
Gesprächsthema war die Literatur Georgiens, des Gastlandes der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr.
Im Zentrum des Gesprächs, das Bozena Badura von der Universität Duisburg-Essen mit Frau Kamarauli führte, standen Bücher von Nino Haratischwili, Khatuna Tavdgiridze, Beka Adamashvili und Goderdsi Tschocheli, also Werke von Autorinnen und Autoren, die unterschiedlich nicht sein konnten und dadurch eine gute Übersicht über aktuelle Entwicklungen in Literatur Georgiens lieferten.
Anastasia Kamarauli, geboren 1993 in Tbilissi, ist eine der Organisatorinnen des Gastauftritts Georgiens in Frankfurt und Übersetzerin u. a. der Werke von Bassa Dschanikaschwili, Lasha Tabukaschwili, Dato Turaschwili und Zaza Burchuladze aus dem Georgischen ins Deutsche.
In diesem Jahr erschienen zudem ihre Übersetzungen des Romans “Der scharlachrote Wolf” des Georgiers God
erdsi Tschocheli (Frankfurter Verlagsanstalt) sowie von Chatuna Tavdgiridzes philosophischem Roman “Der Fisch mit zwei Schatten” (Wieser Verlag). Sie erzählte uns hinreißend von georgischer Bergwelt und totemischen Zwillingen, von einer „literarischen Hölle“, in der berühmte Schriftsteller mit den Dingen gequält werden, die sie vor ihrem Ableben ihren Lesern abverlangten, von Abgründen, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs aufgetan haben. Und das Publikum im gut gefüllten Cafè Central International des Grillo-Theaters hörte darüberhinaus Interessantes über georgische Grammatik, Skurrilitäten im literarischen Übersetzungsprozess, über das Bild von Deutschland in Georgien und über die Vielfalt seiner Kulturen, die in Kürze in Frankfurt zu besichtigen oder von uns zu erlesen ist.
Ein Riesendank an Anastasia Kamarauli für diesen spannenden Abend!

Unser Veranstaltungs-Höhepunkt zu Georgien am 10. November:
Nino Haratischwili liest aus “Die Katze und der General”