Das Literaturviertel Akazienallee ist eröffnet – und es war in jeglicher Hinsicht ein rauschendes Literaturfest. Ein Straßenfest war es leider nicht, aber wir möchten nicht über das Wetter reden.

Während Muchtar Al Ghusain, Dezernent für Schule, Sport und Kultur, unterm Regenschirm das Literaturviertel eröffnete, las der Autor Jörg Hilbert in der Buchhandlung unseren jüngsten Kund*innen „Ritter Rost und die neue Burg“ vor. Ein perfekter Auftakt mit strahlenden Gesichtern, leuchtenden Augen und lautem Gesang aus kleinen und großen Kehlen: „WUNDERBAR“.

Im Anschluss wurde es leise bei Proust: Als Petra Hollstein von der Studio-Bühne Essen einem kleinen Kreis von Kindern die Geschichte vom vegetarischen Ungeheuer erzählte, waren auch alle Erwachsenen rundherum (die doch eigentlich nur für unseren leckeren Capucchino vorbei gekommen waren) mucksmäuschenstill und hörten zu. Das war einer der unzähligen poetischen Momente an diesem Tag, an den wir noch lange denken werden.

Poetisch wurde es auch in der Galerie Schlag mit Lina Atfah, die aus ihrem Buch „Das Buch von der fehlenden Ankunft“ Gedichte aus Syrien las.

Ein Höhepunkt folgte auf den nächsten (seien wir ehrlich, es waren ausschließlich Höhepunkte – nur das Wetter, aber darüber wollen wir nicht reden.)

So herzerwärmend wundervoll: Maja und Till Beckmann lasen ihr eigenes Porträt vor, das Andreas Wilink über die Beckmann-Geschwister geschrieben hatte (erschienen in „Aus der Fernnähe).

So tapfer hoffnungsvoll: Die Ruhrpoeten trugen auf der K.West Ape Texte aus den letzten Jahren vor (bis sie die Ape im Sprint à la Usain Bolt verlassen mussten – aber wir reden nicht über das Wetter).

Auch unser geschätzter Nachbar und Mitstreiter, der Correctiv-Buchladen, hatte volle Hütte und ein volles Programm mit spannenden Gesprächen, Lesungen und Diskussionen.

Nur die Bücherbäume, die am Vormittag von Siegfried Gehlich und Rolf Maria Rexhausen gebaut worden waren, blieben standhaft draußen – ein Exemplar verschönert nun den Eingang unserer Buchhandlung und lädt zum Bücherpflücken ein.

Den krönenden Abschluss für das Programm in unserer Buchhandlung bildeten am Abend Maja und Till Beckmann mit „Lesen für Bier“. Welch Wonne! Wer hätte gedacht, dass man die Inhaltsstoffe eines Glases mit eingelegten Gurken auf die Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ vortragen kann (aber aufgepasst: es kommt absolut auf die Glas-mit-eingelegten-Gurken-Marke an!)? Und wer hätte vermutet, dass eine Friedhofsverordnung auch ein bisschen Goethe ist?

Alle Macher*innen, Literarische Gesellschaft Ruhr e.V., Correctiv-Buchladen, Galerie Schlag, Literatürk, Schreibheft und proust wörter+ töne sind sich einig:

Das Literaturfest wird es im nächsten Jahr wieder geben – und zwar bei strahlendem Sonnenschein!

Der Aufbruch im Literaturviertel Akazienallee hat gerade erst begonnen!

Hier die OrganisatorInnen des Festes im Literaturviertel Akazienallee >>

Martina Schürmann/WAZ über das Lesefest im Literaturviertel Essen >>