Lade Veranstaltungen
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Auf den Podium:

Ahmet Toprak, Erziehungswissenschaftler, mit seinem Buch: „Muslimisch, männlich, desintegriert. Was bei der Erziehung muslimischer Jungen schiefläuft“ (Econ 2019)

Necla Kelek, Soziologin, mit ihrem neuen Buch „Die unheilige Familie. Wie die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechtet“ (Droemer 2019) vor.

Jens Dirksen, Kulturchef der WAZ

Moderation: Christian  Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur

 

Muslimisch, männlich, desintegriertSie brechen öfter die Schule ab, sind häufiger arbeitslos und gewalttätig. Zudem sind sie oft anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung. Muslimische Jungen sind die neuen Bildungsverlierer. Vermeintliche Ursachen sind schnell gefunden: mal ist es das Bildungsniveau der Eltern, mal die gesellschaftliche Ausgrenzung. Beides greift zu kurz, attestiert der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak. Weder der Staat steht den Jungen im Weg, noch sie sich selbst – es sind die Eltern. Aber was ist zu tun?

Ahmet Toprak, geboren 1970, kam mit zehn Jahren aus einem zentralanatolischen Dorf zu seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Hauptschulabschluss ging er zurück in die Türkei, machte Abitur und studierte ein Jahr lang Anglistik. 1991 setzte er sein Studium in Deutschland fort und wechselte schließlich zur Pädagogik. Nach dem Diplom 1997 arbeitete er als Anti-Gewalt-Trainer mit mehrfach straffälligen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und promovierte parallel. Seit 2007 ist er Professor für Erziehungswissenschaft an der FH Dortmund.

Die unheilige FamilieDie bekannte Soziologin, Frauenrechtlerin und Bestseller-Autorin Necla Kelek warnt in ihrem neuen Debattenbuch: Muslimische Frauen erleiden Unrecht inmitten unserer modernen Gesellschaft. Gefangen in der islamischen Familien-Tradition, können sie ihre Grundrechte nicht wahrnehmen, ihre Kinder sind dem Patriachat ausgeliefert. Kelek fordert einen politischen Neuansatz, um echte Integration zu fördern und eine Parallelgesellschaft in Deutschland zu vermeiden.

Während die Mehrheitsgesellschaft mit „Ehe für alle“ und „Familie im Wandel“ beschäftigt ist, bleibt im Verborgenen, was mit den Frauen und Kindern in der islamischen Gemeinschaft passiert: Sie sind dem Zwang in der Familie ausgeliefert und dort eingesperrt.
Die engagierte Soziologin Necla Kelek entlarvt dieses Familien-Tabu. Sie beschreibt, wie es dazu kam, dass Frauen Beute der Männer wurden und Kinder dem Patriachat preisgegeben sind, aber auch, warum selbst muslimische Männer Opfer dieser Gewaltstrukturen sind. Sie zeigt auf, wie unser Pochen auf kulturelle Unterschiede und eine ideologisierte Politik die Integration verhindern, und was konkret geschehen muss, damit islamische Frauen und Kinder rechtlich gestärkt werden. Denn: An den Rechten der Schwachen misst sich die Demokratie.

Necla Kelek, geboren 1957 in Istanbul, hat in Deutschland Volkswirtschaft und Soziologie studiert. Ihre Bücher über Islam und Integration wie „Die fremde Braut“ oder „Chaos der Kulturen“ sind Bestseller. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Ehrungen erfahren, u.a. den Geschwister-Scholl-Preis 2005, die Mercator-Professur 2006, den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung 2011. Sie ist Gründerin der „Initiative säkularer Islam“ und im Vorstand der Menschenrechtsorganisation für Frauen „Terre des Femmes“.

Eintritt: 8,00 Euro   Die Veranstaltung ist ausverkauft!
Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

In der Reihe Lesart – einer gemeinsamen Veranstaltung von Deutschlandfunk Kultur, der Buchhandlung Proust, dem Schauspiel Essen und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung – diskutieren die Podiumsgäste aktuelle Sachbuch-Neuerscheinungen.
Lesart wird vom Deutschlandfunk Kultur 6 x im Jahr in Essen aufgezeichnet und am jeweils folgenden Samstag um 11.05 Uhr im Rundfunk gesendet.