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Ein Abend mit der Philosophin Eva von Redecker

Moderation:  Jens Dirksen / Kulturchef der WAZ

 

Ich schreibe die ganze Zeit über Eigentum, Wirtschaft und fossilen Kapitalismus; ein System, das Waren produziert, in denen Energie verbrannt wird. Da führen eigentlich alle Wege ins Ruhrgebiet.

Die dieses sagt, ist seit Januar 2024 auf Einladung der Brost-Stiftung Metropolenschreiberin Ruhr und erkundet während neun Monaten das Ruhrgebiet aus der Nähe, um anschliessend hierüber ein literarisches / esssayistisches Werk zu verfassen.

Eva von Redecker ist Philosophin und freie Autorin. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität und als Gastwissenschaftlerin an der Cambridge University sowie der New School for Social Research in New York tätig. 2020/2021 hatte sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiatium an der Universität von Verona inne, wo sie zur Geschichte des Eigentums forschte. Eva von Redecker beschäftigt sich mit Kritischer Theorie, Feminismus und Kapitalismuskritik, schreibt Beiträge für u.a. Die ZEIT und ist regelmäßig in Rundfunk- und TV-Interviews zu hören. Seit Herbst 2022 richtet sie am Schauspiel Köln die philosophische Gesprächsreihe Eva and the Apple aus. Bei S. FISCHER erschien zuletzt ihr Buch „Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen“ (2020) sowie „Bleibefreiheit“ (2023). Aufgewachsen auf einem Biohof, lebt sie heute im ländlichen Brandenburg.

Gleich im Januar formulierte sie zwei erste Eindrücke:
„Es war, als wären wir in einem Endlos-Loop von Autobahnauf- und abfahrten gefangen. Mir ging plötzlich mit einer Klarheit wie nie zuvor auf, wie vollkommen albern das war mit meiner Vorstellung einer ökologischen Wende. Wo sollte man hier anfangen? Man kann sich ja nicht einfach die ganze Welt wegwünschen. Und so weit das Auge reichte bestand die Welt hier – die Welt zwischen Mülheim und Witten – aus nichts als Autos, Asphalt und Beton.“

„Ich stand am Bahnsteig in Essen. Mir war nur ein bisschen kalt, ich bestaunte gedankenverloren das Gewusel um mich herum. Die Leute, die nebeneinander auf der Bank saßen, redeten miteinander. Ein älterer Herr lächelte die Kinder an, die kreischend herumhüpften. Wie kann es sein, dass die Leute hier so nett sind, dachte ich.“

Asphalt, Beton und nette Leute – dies kann nur ein erster Eindruck sein, wird aber sicher nicht die zusammenfassende Charakterisierung ihrer neunmonatigen Endeckungstour werden. Welche Erkenntnisverschiebungen hat die intensive Beschäftigung mit dem Ruhrgebiet für Eva von Redeckers Sicht auf die Region bewirkt?

Wir sind gespannt auf ihre Eindrücke und Bilder von einer langen Tour de Ruhr, über die sie im Gespräch mit Jens Dirksen berichten wird.

 

Jens Dirksen, geboren als Bergmannssohn, studierte Germanistik, Anglistik, Politikwissenschaften und Publizistik in Münster. Ab 1994 Redakteur bei der Neuen Ruhr / Neuen Rhein Zeitung, ab 1997 Literaturredakteur. Ab 2009 WAZ-Kulturchef. Er war Dozent an der Universität Duisburg-Essen, schreibt Essays zur Literaturgeschichte, u.a. für „text + kritik“, und ist Miterfinder der Lesereihe „Landwirtschaftliches Feuilleton“, die mehrfach bereits auch bei Proust stattfand.

Foto Eva von Redecker©Brost Stiftung

 

Eintritt: € 12,00 / erm. € 8,00

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, danach gehen die Karten wieder in den Verkauf.

 

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