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DIALOGE
Eine Reihe der Literarischen Gesellschaft Ruhr
in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Köln,
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
und Buchhandlung Proust


 

Teresa Präauer im Gespräch mit Norbert Wehr

In den Romanen von Teresa Präauer sind, neben den Menschen, auch immer die Tiere zugegen: die Vögel, die Fische oder der Affe. In diesem erzählerischen Essay buchstabiert sie diese Artennähe aus und schreibt, reflektiert und unterhaltsam, über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird.

Teresa Präauer beobachtet in Tier werden Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare hat: an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung von zotteligen Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen – halb Natur, halb Erfindung – über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann und den kostümierten Furries aus der Subkultur.

All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach.

Die Animalisation ist bei Teresa Präauer ein Vorgang, den sie mit Blick auf Kunst, Kultur, Film und Mode beschreibt, den sie aber darüber hinaus auch auf das Schreiben und Lesen von Literatur selbst anwendet. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes.

“Die Form, die Teresa Präauer ihrem Untier an Text verliehen hat, widerspiegelt dessen Programmatik. Eine ungezähmte Form des Denkens, mäandernd zwischen Dürer, Hofmannsthal und Pokémon, zwischen Sarah Kofman, Furries und Deleuze/Guattari (von deren «devenir-animal» Präauer dann auch ihren Titel abgeleitet hat), tritt einem da entgegen. «Gelehrt» wäre sicherlich der falsche Name für solch ein rauschhaftes, kluges und schönes Gebilde.
Dieses Buch will nicht belehren. Es will Beute machen.”

Philipp Theisohn / Neue Zürcher Zeitung

Teresa Präauer, geb. 1979, lebt in Wien. Bildende Künstlerin und Schriftstellerin. Sie ist Autorin der Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken, Die Gans im Gegenteil, der Romane Für den Herrscher aus Übersee, Johnny und Jean und Oh Schimmi sowie des erzählenden Essays Tier werden.
Zahlreiche Auszeichnungen und Preise, unter anderem den aspekte-Preis 2012 und den Erich-Fried-Preis 2017.
Foto: Wallstein Verlag/Thomas Langdon

Norbert Wehr ist Herausgeber des Schreibheft, Zeitschrift für Literatur

Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

Eine Kooperationsveranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr mit der Literarischen Gesellschaft Köln sowie dem Schreibheft, Zeitschrift für Literatur und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Kunststiftung NRW