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Natur schreiben. Zur literarischen Konjunktur eines Genres

Die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels, des Artenschwunds und einer zunehmend globalen Umweltzerstörung haben das menschliche Naturverhältnis in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Thema der Literatur sowie der neueren Geistes- und Kulturwisseschaften werden lassen. Die Erfolge der Reihe Naturkunden bei Matthes & Seitz, aktuelle Ausstellungen wie Mensch und Tier im Revier im Ruhrmuseum Essen, die Konjunktur des Nature Writing oder auch der universitären Human-Animal Studies Zeugen hiervon.
Der Frankfurter Literaturwissenschaftler Roland Borgards, dessen Forschungsschwerpunkt auch die literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit Tieren ist, stellt die neuen literarischen und kulturwissenschaftlichen Strömungen vor und reflektiert ihre Ursachen und Erscheinungsformen.

Roland Borgards lehrt Neuere Deutsche Literatur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er gibt u.a. die Buchreihe Cultural Animal Studies im Metzler Verlag heraus und hat gemeinsam mit Esther Köhring und Alexander Kling bei Reclam die Texte zur Tiertheorie vorgelegt.
Das neue, von ihm herausgegebenen Buch Tiere, das innerhalb der Reihe Handliche Bibliothek der Romantik demnächst im Verlag Secession erscheinen wird, stellt Texte aus der Romantik vor, die ein ganzes Bestiarium so alltäglicher wie absonderlicher Tiere beherbergen: vom Floh, der zu einem Baron mutiert (Clemens Brentano), über den Hund, der ein Verbrechen aufklärt (Johann Peter Hebel), bis zum Affen, der eine ganze Kleinstadt durcheinanderwirbelt (Wilhelm Hauff).
Heinrich Heine hat das, in einer Mischung aus Bewunderung und Entsetzen, den »blühenden Nachtigallen-Wahnsinn« der Romantik genannt. Doch durch diese vielgestaltige Fauna hindurch zielen die Romantiker auf zentrale Fragen ihrer Zeit: auf die Stellung des Menschen in der Welt, auf die gewaltdurchtränkte Kehrseite aufgeklärter Kultur und nicht zuletzt auf die Möglichkeiten der Literatur selbst.

Moderation: Gudrun Gersmann, sie lehrt Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Köln.

Eintritt: € 8,- / erm. 6,-

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, gehen die Karten wieder in den Verkauf.

Foto: Universität Würzburg / Robert Emmerich

Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und des Arbeitskreises Mensch und Tier im Ruhrgebiet am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) in Kooperation mit der Buchhandlung Proust