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Marko Martin: Dissidentisches Denken

Marko Martins essayistisch-erzählerische Spurensuche nimmt uns mit auf eine europäische (mitunter auch außereuropäische) Reise zu Orten, zu Büchern und vor allem zu Menschen, deren Denken uns gegen die Erinnerungslosigkeit helfen kann: Die meisten sind Überlebende einer Zeit, die wir bereits hinter uns glaubten und die totalitär oder nationalistisch gerade heute wieder beunruhigende Schatten wirft.
Die Autoren, die Marko Martin trifft oder erinnert, mit denen er spricht oder die er porträtiert, mehr oder weniger berühmt oder vergessen, und deren Schicksale eigentümlich miteinander verflochten sind, haben uns allen etwas voraus: die existenzielle Erfahrung geschichtlicher Brüche, die das Individuum bedrohen. Es sind dissidentische Jahrhundertzeugen in Ost und West:

Czesław Miłosz, aus Polen geflüchtet, wird zum Freund von Albert Camus, Max Brod rettet sich aus Prag nach Tel Aviv, wo er Edgar Hilsenrath erste literarische Impulse gibt, Jean Améry traf in Auschwitz auf Primo Levi. Vom Charta-77-Mitbegründer Jan Patocka führt eine Spur zu Meisterdenker André Glucksmann in Paris, vom Brecht-Schüler Horst Bienek zum Romancier und Menschenkenner Julien Green. In Prag trifft Marko Martin den 68er-Romancier Pavel Kohout, der sich wieder illusionslos gegen die autoritäre Politik engagiert.

Aus Besuchen, Reisen und Porträts entsteht ein dichtes geistiges Gewebe, in dem neben anderen Václav Havel und Milan Kundera, André Gorz oder Josef Skovrecky, Ahron Appelfeld oder Jürgen Fuchs in der DDR mitwirken.

Marko Martin ist Autor und Journalist und lebt, sofern nicht unterwegs, in Berlin. Er schreibt Essays, Erzählungen, Reisereportagen, literarische Tagebücher und Kritiken mit einem Schwerpunkt auf Fragen der Menschenrechte in Globalisierung und Urbanisierung, so z. B. DIE NACHT VON SAN SALVADOR. EIN FAHRTENBUCH (Die Andere Bibliothek, 2013) oder MADIBA DAYS. EINE SÜDAFRIKANISCHE REISE (Wehrhahn Verlag, 2015).
Foto © Marko Martin

Eintritt frei.   Um Voranmeldung wird herzlich gebeten.

Eine Kooperation der Alten Synagoge mit der Buchhandlung Proust