Lade Veranstaltungen

Einladung zur Buchpremiere:

Mark Roseman
“Du bist nicht ganz verlassen”

Eine Geschichte von Rettung und Widerstand im Nationalsozialismus

In den frühen 1920er Jahren fand sich in Essen eine kleine Gruppe von Idealisten zusammen. Der »Bund – Gemeinschaft für sozialistisches Leben« war auf der Suche nach einer Lebensweise, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen sollte. Doch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten änderte sich die Agenda seiner Gründer: Sie arbeiteten gegen das Regime und wurden in der Judenhilfe aktiv. Sie schrieben Briefe an die Opfer, verschickten Pakete mit Lebensmitteln und Kleidern, verschafften den Verfolgten Unterkünfte und unterstützten sie dabei, im Untergrund zu überleben.

»Du bist nicht ganz verlassen«

Mittels unveröffentlichter Aufzeichnungen, Fotos und Interviews mit früheren Mitgliedern erzählt der britische Historiker Mark Roseman die bislang weitgehend unbekannte Geschichte des »Bunds.« Anhand dieser außerordentlichen Geschichte gelingt es ihm, die Erfahrung von Rettung und Hilfe neu zu denken.  Das Buch zeigt unter anderem, wie sehr unsere Vorstellung von der »Rettung« von Juden ein Nachkriegsprodukt ist, geprägt vom Bedürfnis, ein vereinfachtes Bild des rechtschaffenen Individuums zu feiern. Dagegen deckt Mark Roseman eine Welt auf, die vielfach nicht zu unserer gängigen Vorstellung passt, und zeigt zudem, wie schwer es den Akteuren fiel, ihre eigenen Erlebnisse in der Nachkriegszeit zu bewerten. Vor allem aber wirft die Geschichte des Bundes neues Licht darauf, was es bedeutete, in dieser dunklen Zeit Hilfe zu leisten.

Mark Roseman, 1958 in London geboren, ist Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Jewish Studies Program an der Indiana University in Bloomington/USA. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. Zahlreiche Veröffentlichungen zur jüngeren deutschen Geschichte, darunter »Die Wannsee-Konferenz. Wie die NS-Bürokratie den Holocaust organisierte«. 2002 erschien sein Buch »In einem unbewachten Augenblick. Eine Frau überlebt im Untergrund«, für das er eine Reihe bedeutender Preise erhielt, u.a. den Fraenkel Prize für das beste historische Werk, den Wingate Prize für das beste Sachbuch; diese Rekonstruktion der Lebensgeschichte der Essener Jüdin Marianne Strauß wurde zudem mit dem renommierten Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet.

Foto © Venus Leah Photography

Eintritt frei

Eine Kooperation der Alten Synagoge mit der Buchhandlung Proust, der Volkshochschule Essen und dem Historischen Verein für Stadt und Stift Essen