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Auf dem Podium:

Die Deutschlandfunk-Korrespondentin Sabine Adler mit ihrem Buch “Weiterleben ohne Wenn und Aber” (Aufbau Verlag, Herbst 2018),
die jüdische Bloggerin Juna Grossmann mit ihrem Buch
” Schonzeit vorbei: Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus” (Droemer,  September 2018)
und
Jens Dirksen, Kulturchef der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)

Moderation: Christian Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur

 

Sabine Adler Weiterleben ohne Wenn und Aber

Als junges Mädchen las Giselle “Die Heilung durch den Geist” von Stefan Zweig. Sie war elektrisiert und wollte eines Tages bei Patienten Traumata zutage fördern, um sie zu heilen. Doch die Nazis deportierten sie samt ihrer Familie 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz. Sie überlebte, floh in die USA und baute sich ein neues Leben auf. Erst im Alter von 44 Jahren verwirklichte sie ihren Plan und studierte Psychologie. Mit über 90 praktiziert sie noch immer und kümmert sich als Traumatherapeutin um Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen in Israel. Sabine Adler beschreibt die bewegende Geschichte dieser faszinierenden Frau und die ihrer Patientinnen auf eindrucksvolle Weise.

Sabine Adler, geboren 1963, langjährige Osteuropa-Korrespondentin des Deutschlandfunk Kultur, heute Chefreporterin des Deutschlandfunks. 2010 wurde sie als Politik-Journalistin des Jahres geehrt. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Russisches Roulette. Ein Land riskiert seine Zukunft (2011) bei Aufbau.

Juna Grossmann, Schonzeit vorbeiJuna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden, bedrohlicher. In ihrem Buch schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten antisemitischen Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass.
Weil sie sich damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit, schreibt sie dieses Buch und appelliert an die Mitbürger: “Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei.”

Juna Grossmann, geboren 1976 in (Ost-)Berli, hat Sonderpädagogik studiert und arbeitet seit vielen Jahren in Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung »Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.« Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Nebenher ist sie Beraterin für Social Media Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

Eintritt: 8,00 Euro
Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

In der Reihe Lesart 
– einer gemeinsamen Veranstaltung von Deutschlandfunk Kultur, der Buchhandlung Proust, dem Schauspiel Essen und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) – diskutieren die Podiumsgäste aktuelle Sachbuch-Neuerscheinungen.
Lesart wird vom Deutschlandfunk Kultur 6 x im Jahr in Essen aufgezeichnet und am jeweils folgenden Samstag im Rundfunk gesendet.

Foto: Demonstration mit Kippa: Aktivisten solidarisieren sich mit Rabbi Daniel Alter / Marcel Masferrer Pascual / flickr