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Proust & Schreibheft laden ein: LITERATUR: LITERATUR!

Karl Schlögel: Das sowjetische Jahrhundert
Archäologie einer untergegangenen Welt

Der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Wir wussten immer schon viel darüber, wie „das System“ funktioniert, weit weniger über die Routinen des Lebens in außer gewöhnlichen Zeiten. Aber jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Duft, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren.

SoSchlögel, Das Sowjetische Jahrhundert entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne das wir „die Zeit danach“, in der wir heute leben, nicht verstehen können. Karl Schlögel ist dabei, wenn die Megabauten des Kommunismus eingeweiht und die Massengräber des Stalin’schen Terrors freigelegt werden. Er interessiert sich für Paraden der Macht ebenso sehr wie für die Rituale des Alltags, er erkundet die Weite des Eisenbahnlandes und die Enge der Gemeinschaftswohnung, in der Generationen von Sowjetmenschen ihr Leben zubrachten. Die Orte des Glücks und der kleinen Freiheit fehlen nicht: der Kulturpark, die Datscha, die Ferien an der Roten Riviera. In allem – ob im Mobiliar, im Duft des Parfums oder der Stimme des Radiosprechers – hat das „Zeitalter der Extreme“ seine Spur hinterlassen.

Karl Schlögel lehrte Osteuropäische Geschichte, zuerst an der Universität Konstanz, seit 1995 an der Europäischen Universität Viadrina. Er ist Autor zahlreicher bedeutender Bücher zur sowjetischen und osteuropäischen Geschichte und darüber hinaus ein engagierter Publizist. 2016 erhielt er für sein Buch „Terror und Traum. Moskau 1937“ den Preis des Historischen Kollegs, der sich als deutscher Historikerpreis etabliert hat. „Das sowjetische Jahrhundert“ schrieb er als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München.

Zuletzt erschienen:

  • Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen Hanser Verlag, München 2015
  • mit Irina Scherbakowa: Der Russland-Reflex. Einsichten in eine Beziehungskrise. edition Körber-Stiftung, Hamburg 2015
  • Grenzland Europa. Unterwegs auf einem neuen Kontinent. Hanser, München 2013
  • Terror und Traum. Moskau 1937. Hanser, München 2008

Foto: fr.de

Moderation: Marcel Siepmann
Marcel Siepmann, Historiker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DGB Bildungswerk NRW, ehemaliger Junior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Promoviert bei Stefan Berger und Claus Leggewie zur Entstehungsgeschichte der Humanitarismusbewegung an der Ruhr-Universität Bochum. Er publizierte zur europäischen Erinnerungskultur und ist Mitherausgeber der Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften.

Eintritt: 10.00 € /erm. 8.00 €

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

Wenn Sie selbst nicht zur Lesung kommen können, aber ein handsigniertes Exemplar vorbestellen möchten, senden Sie uns bitte im nebenstehenden Formular eine kurze Nachricht. Wir lassen dann ein Exemplar des vorgestellten Buchs für Sie signieren.

In Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V., dem Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, und der Gesellschaft Deutsch-Russische Begegnung Essen, e.V.