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Proust & Schreibheft laden ein: LITERATUR: LITERATUR!

Géraldine Schwarz stellt im Gespräch mit
Claus Leggewie ihren Roman “Die Gedächnislosen” vor

Géraldine Schwarz entdeckt eines Tages, dass ihr Großvater 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim arisiert hat. Nach dem Krieg verlangt einer der ehemaligen Eigentümer, der seine Familie in Auschwitz verlor, Reparationszahlungen. Karl Schwarz weigert sich, wie viele Deutsche, seine Verantwortung als Mitläufer anzuerkennen.

Hier begibt sich die deutsch-französische Autorin auf Spurensuche entlang dreier Generationen ihrer Familie, um schließlich den langen, schmerzhaften und spannenden Weg der Vergangenheitsbewältigung nachzeichnen zu können, die sie als einen der Grundsteine der bundesdeutschen Demokratie versteht. Vergleichend dazu befragt sie zugleich den Umgang mit der Vergangenheit in Frankreich, wo ihr Großvater mütterlicherseits als Gendarm unter Vichy diente.

Géraldine Schwarz bettet ihre Familiengeschichte in die große Geschichte ein. Sie spannt den Bogen von der NS-Zeit bis zum krisengeschüttelten Europa unserer Gegenwart und stellt dabei reiches Quellenmaterial in überraschend aufschlussreiche Zusammenhänge. Diese Begegnung zwischen Erinnerung und Geschichte ist ein vehementes Plädoyer für eine Gedächtnisarbeit, die nicht nur Wissen über die Gräuel des Krieges und des Faschismus, sondern auch ein Bewusstsein vermitteln will, unter welchen Mühen die Demokratie in Deutschland und Teilen Europas gefestigt werden konnte – und ein positives und identitätsstifende Erbe geschaffen wurde.

Géraldine Schwarz, geboren 1974 in Straßburg, ist eine deutsch-französische Journalistin und Dokumentarfilmerin, die zwischen Berlin und Paris lebt. Die langjährige Deutschland-Korrespondentin der Agence France Presse (AFP) publiziert heute in internationalen Medien. Sie bereitet derzeit einen Film über die Nachwendezeit vor.
Die Gedächtnislosen erschien erstmals 2017 in Frankreich unter dem Titel Les Amnésiques und wird in acht Sprachen übersetzt. Die stark erweiterte deutsche Fassung erschien im August 2018 im Secession Verlag für Literatur. Europäischer Buchpreis 2018

Moderation Claus Leggewie
, Professor für Politikwissenschaft in Giessen und Direktor des Centre for Global Cooperation Research in Duisburg. 

Eintritt: € 9,- / erm. € 7,-
Die Veranstaltung ist ausverkauft; vorbestellte, aber nicht abgeholte Karten gehen ab 13.3., 10.00 Uhr  wieder in den Verkauf!

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

Wenn Sie selbst nicht zur Lesung kommen können, aber ein signiertes Exemplar vorbestellen möchten, senden Sie uns bitte im nebenstehenden Formular eine kurze Nachricht. Wir lassen dann ein Exemplar des vorgestellten Buches von der Autorin für Sie signieren.

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Eine Kooperation von Literarischer Gesellschaft Ruhr e.V.,
Schreibheft, Zeitschrift für Literatur, dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen e.V. und der Buchhandlung Proust

Gefördert von der Alfred und Claire Pott Stiftung

Foto Géraldine Schwarz: Secession Verlag /Mathias Bothor

PRESSE:

“Das Buch zeigt, wie sehr die grassierende, von Rechtpopulisten beförderte Geschichtsvergessenheit ein direkter Angriff auf unsere Demokratie ist, denn die ist untrennbar verknüpft mit unserer Erinnerungskultur– keine Schande, sondern Basis für ein positives Narrativ. (…) Géraldine Schwarz’ sehr persönliche Betrachtungen sind ein eindringlicher Appell gegen das Vergessen und selbst gelungene Erinnerungsarbeit.”

 

“Géraldine Schwarz’ “Erinnerungen” sind die einer leidenschaftlichen Europäerin, die in “Vorahnung eines Gewitters” einen empathischen Appell gegen das Vergessen nicht an Historiker, sondern an die zusehends disparate europäische Öffentlichkeit richtet.”
19.11.2018, Cornelius Wüllemkemper in der Süddeutschen Zeitung

 

“Géraldine Schwarz setzt ihre persönlichen Recherchen in den historischen und politischen Kontext der Zeit und macht auf eindringliche Weise deutlich, dass Europa, wenn es friedlich und demokratisch bleiben will, nicht vergessen darf.”
07.09.2018, Dina Netz im WDR