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Proust & Schreibheft laden ein: LITERATUR: LITERATUR!

ECHOS KNOCHEN
Ein Abend über Samuel Beckett
Mit Michael Lentz und Chris Hirte

Als Samuel Beckett 1933 den Erzählzyklus More Pricks than Kicks (Mehr Prügel als Flügel) einreichte, fand der Lektor das Manuskript etwas schmal, er bat um einen weiteren Beitrag, und Beckett schrieb Echo’s Bones. Dafür holte er Belacqua, den Helden der bisherigen  Geschichten, der bei einer Operation gestorben war, zurück. ImageDer Lektor las den Text, er war ihm zu wild, und Beckett »vergrub« ihn. Erst 2014 ist die Erzählung publiziert worden: Beckett versetzte Belacqua in eine Unterwelt der Mythen und Gespenster und konfrontierte ihn mit den Ausgeburten seiner maßlosen Belesenheit. Es war sein letzter und radikalster Versuch, die explodierende innere Welt zu bändigen, bevor er sich in eine Psychoanalyse begab und die Wende hin zur französischen Sprache und zu Strenge und Kargheit vollzog.

Von heute aus, rückblickend auf Becketts Werk, erweist sich Echos Knochen als der bahnbrechende Versuch des 27-jährigen, seinen eigenen Kosmos zu etablieren und mit den Gestalten zu bevölkern, für die er später weltberühmt wurde. Bissig, ätzend und mit blasphemischem Witz treibt der junge Autor seinen erzählerischen Vorstoß auf die Spitze…

Der Schriftsteller Michael Lentz, bekennender Beckett-Aficionado, spricht mit Chris Hirte, dem Übersetzer Becketts.

“Mit Echos Knochen erscheint eine frühe Erzählung von Samuel Beckett, die ihrer Zeit zu weit voraus war. … So ist diese Beckett-Publikation kein Lückenfüller, sondern ein Eckstein der ästhetischen Entwicklung des späteren Literaturnobelpreisträgers.”  Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Begrüßung: Norbert Wehr

Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren und starb am 22. Dezember 1989 in Paris. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und erhielt 1969 den Literaturnobelpreis. Beckett ist dem breiten Publikum hauptsächlich durch seine Dramen, insbesondere Warten auf Godot, bekannt, verfasste aber auch Prosa und Lyrik.
Foto Samuel Beckett © Jerry Bauer/Suhrkamp-Verlag

Chris Hirte, geboren 1948, studierte Germanistik und Anglistik in Berlin. Heute ist er als Publizist und literarischer Übersetzer ( u.a. Samuel Beckett, William Boyd, Don Winslow, Alberto Manguel) tätig. 1999 erhielt er den Übersetzerpreis der Ledig-Rowohlt-Stiftung. Seit 2011 betreut er zusammen mit Conrad Piens die Herausgabe der Erich-Mühsam-Tagebücher, die als Buchedition im Verbrecher-Verlag erscheint.

Michael Lentz, 1964 in Düren geboren, lebt in Berlin. Autor, Musiker, Herausgeber. Zuletzt erschienen: Pazifik Exil (Roman), Warum wir also hier sind (Theaterstück), Offene Unruh (Gedichte), die Essay- und Aufsatzsammlung Textleben, die Frankfurter Poetikvorlesungen Atmen Ordnung Abgrund und Schattenfroh. Ein Requiem (Roman)

Eintritt: € 10,- / erm. € 7,-

Karten: Karten sind in der Buchhandlung Proust erhältlich.
Vorbestellte und reservierte Karten müssen spätestens 2 Tage vor der Veranstaltung bei Proust abgeholt werden, ansonsten gehen die Karten wieder in den Verkauf.

Wenn Sie selbst nicht zur Lesung kommen können, aber ein handsigniertes Exemplar vorbestellen möchten, senden Sie uns bitte im nebenstehenden Formular eine kurze Nachricht. Wir lassen dann ein Exemplar des vorgestellten Buchs vom Übersetzer für Sie signieren.

Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
in Kooperation mit Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
und der Buchhandlung Proust.

Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung