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...auf eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der modernen Welt

Literatur von einem anderen Planeten. Roberto Bolaños posthum erschienener Roman 2666 über die unaufgeklärte Mordserie an Frauen in Mexiko ist eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der modernen Welt.

Ein Quartett durchgedrehter Germanisten macht sich auf die Suche nach dem verschollenen preußischen Schriftsteller Benno von Archimboldi. Seine letzten Lebenszeichen kommen aus Santa Teresa, einer Wüstenstadt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, in der Hunderte von Frauen vergewaltigt und ermordet wurden. Wer sind die Mörder und was hat der ehemalige Nazisoldat Archimboldi mit ihnen zu tun? Auch nach der Verhaftung des Hauptverdächtigen gehen die Morde weiter, während von Archimboldi jede Spur fehlt.

Bolaño erzählt mit glänzender Fabulierlust und abgründigem Witz, und gleichzeitig berichtet er mit der erschreckenden Nüchternheit eines Polizeiprotokolls von der Mordserie, die sich tatsächlich seit Anfang der neunziger Jahre in Ciudad Juárez abspielt. 
Aus zahllosen grotesken Lebensläufen – vom argentinischen Snuff-Video-Produzenten bis zur glamourösen Hamburger Verlegerwitwe, vom kommunistischen Kochbuchautor bis zur mexikanischen Fernseh-Hellseherin – entsteht ein apokalyptisches Bild des 20. Jahrhunderts. Das literarische Vermächtnis des frühverstorbenen Chilenen ist Gangster- und Bildungsroman, Science-Fiction und Reportage. Von der internationalen Kritik wird 2666 als Jahrhundertroman gefeiert, in den USA ist er ein sensationeller Erfolg.

Roberto Bolano, geboren 1953 in Santiago de Chile, erhielt 1999 den wichtigsten südamerikanischen Literaturpreis "Romulo-Gallegos". Nach Pinochets Militärputsch wurde er 1973 verhaftet, saß ein halbes Jahr im Gefängnis und ging danach ins Exil nach Spanien. Mit seiner Familie lebt er in Blanes in der Nähe von Barcelona. Unter anderem erschien von ihm "Die Naziliteratur in Amerika". Roberto Bolano ist im Jahr 2003 an einer schweren Leberkrankheit gestorben.

„Der Chilene Roberto Bolaño ist der große Unbekannte der lateinamerikanischen Literatur.“, schreibt Klaus Englert (Deutschlandfunk), und er fährt fort:  „Entspricht er doch ganz und gar nicht den erzählerischen Klischees, die man sich allzu gern von dieser Literatur macht: Mit den Lyrismen eines Pablo Neruda, den phantastischen Sprachwelten eines Julio Cortázar, dem magischen Realismus eines Gabriel García Márquez hat er nichts gemeinsam. Der im letzten Jahr fünfzigjährig verstorbene Bolaño fand seinen eigenen Rhythmus. Er verstand es, den Schrecken und das Schöne, das Geheimnisvolle und das Gewöhnliche wie selbstverständlich in überzeugende Bilder zu fassen.“

Werke:

Die Naziliteratur in Amerika, München 1999
Stern in der Ferne, München 2000
Die wilden Detektive, München 2002
Amuleto, München 2002
Telefongespräche, München 2004
Der unerträgliche Gaucho, München 2006
Chilenisches Nachtstück, München 2007
Exil im Niemandsland, Berlin 2008

www.roberto-bolano.de

Hier eine Leseprobe aus „2666“ >>>

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Das Buch

Roberto Bolaño
2666

Roman
Übersetzt aus dem Spanischen von Christian Hansen
1096 Seiten, Fester Einband
Hanser Verlag 2009
€ 29,90

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