„Auch Totsein ist eine Kunst“...
...hat der einstige George-Jünger Max Kommerell einmal bemerkt. Stefan George hat diese Kunst meisterhaft beherrscht. Wo andere Dichter eine Rezeptionsgeschichte haben, da hat er ein Nachleben. Eines, das es in sich hat.
Ulrich Raulff legt in seinem fulminant geschriebenen Buch die postume Biographie Georges frei, die es noch zu entdecken gilt. Spannend, kurios, exzentrisch, schräg, zugleich akribisch recherchiert, erzählt es die Geschichte eines einzigartigen Kreises voll illustrer Charaktere, der langsam zerfällt, Allianzen bildet und Feindschaften pflegt, um Deutungshoheit und Treue ringt und dabei vom annus horribilis 1933 bis zum Satyrspiel 1968 beinahe nebenher eine höchst außergewöhnliche Wirkungsgeschichte entfaltet. Eine abgründige Ideengeschichte, eine kaputte Apostelgeschichte und ein Lesevergnügen der exquisiten Art.
"Noch nie wurde die Nachgeschichte von Georges Wirkung so eindringlich beschrieben, unterwegs wird mit Legenden aufgeräumt, die sich die Adepten über ihre eigene Nähe zum Dichter fabriziert hatten. (...) Raulff ist das Kunststück gelungen, eine Darstellung zu schreiben, die den höchsten akademischen Ansprüchen genügt, zugleich aber die höhere Unterhaltung des Lesers nicht vernachlässigt: ein Meisterwerk der heutigen Kulturwissenschaft." |
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Das Buch
Ulrich Raulff
Kreis ohne Meister
Stefan Georges Nachleben
Eine abgründige Geschichte
Verlag C.H. Beck 2009
544 S., 92 Abb.,
29,90 Euro

"In der posthumen Biografie des Charismatikers Stefan George beschreibt Ulrich Raulff den Kreis ohne Meister. Die Anhänger des Dichterpriesters rangen erbitterte um die Deutungshoheit und prägten die deutsche Geistes- und Kulturgeschichte in erheblichem Maß. Die Umbrüche von 1933 und 1968 gehören auf diese Weise auch zur Wirkungsgeschichte Georges."