Buchhandlung im Grillo-Theater GmbH

Terminkalender

Die Kraft des Erinnerns
Joachim Gauck und Hildigund Neubert im Gespräch
Datum:
Dienstag, 02. März 2010
Beginn:
20:00 Uhr

Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.

Hildigund Neubert stellt das Buch von Erika Riemann, „Stalins Bart ist ab“ (Hoffmann & Campe 2010) vor: Wie geht man mit Traumata und den inneren Verletzungen um, die sie angerichtet haben? Die Antwort: Nur reden hilft.
Die Schleife an Stalins Bart, ihr erstes Buch, hat Erika Riemann zu einer öffentlichen Person gemacht, die seit Erscheinen des Buches zu zahllosen Veranstaltungen, Lesungen, Talkshows eingeladen wurde, Berge von Briefen erhalten hat und im November 2009 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Sie ist zu einer Dauerreisenden in Sachen Vergangenheitsbewältigung geworden, der es gelingt, die Menschen aus ihrem Schweigen über eigene traumatische Erfahrungen zu locken. Ihr Motto: »Die Wahrheit muss raus.« In ihrem neuen Buch „Stalins Bart ist ab“ berichtet sie über diese so schwierige wie lohnende Arbeit, sich den jahrzehntelang verdrängten Erinnerungen an erlittenes SED-Unrecht zu stellen.

Hildigund Neubert wurde 1960 in Quedlinburg geboren. Nach dem Abitur 1979 in Erfurt studierte sie in Weimar Gesang und arbeitete drei Jahre im Chor des dortigen Nationaltheaters. Sie beteiligte sich am Friedenskreis der Weimarer Evangelischen Studentengemeinde.
Während der folgenden Familienpause engagierte sie sich 1989 in Berlin bei der Gründung des Demokratischen Aufbruchs und in der Friedlichen Revolution.
Von 1997 bis 2003 war sie Mitarbeiterin des Bürgerbüro e.V. zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur. Am 22. Oktober 2003 trat sie nach der Wahl durch den Landtag das Amt als „Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik“ an.

Moderation: Peter Lange, Chefredakteur Deutschlandradio Kultur

Eintritt: € 5,-
Wir laden herzlich ein und bitten um Kartenreservierung!

Kartenvorverkauf bei uns sowie dem
TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen (II. Hagen 2, 45127 Essen)

Bei Proust reservierte Karten bitte spätestens 3 Tage vor der Veranstaltung abholen; nichtabgeholte Karten gehen danach wieder in den Verkauf.

Foto: Aspekte/ZDF

>>>>In der Reihe Lesart Spezial
- einer gemeinsamen Veranstaltung von Deutschlandradio Kultur, des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen, der Buchhandlung Proust und des Schauspiel Essen - diskutieren die Podiumsgäste aktuelle Sachbuch-Neuerscheinungen. Medienpartner ist die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ).
Lesart Spezial wird vom Deutschlandradio Kultur 6 x im Jahr in Essen aufgezeichnet und am jeweils folgenden Sonntag im Rundfunk gesendet.

Zu unserer LESART-Seite...

 

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