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KORRESPONDENZEN –
Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog


Zur intellektuellen Geschichte der Bundesrepublik
Die Gruppe „Poetik und Hermeneutik“

Julia Amslinger stellt im Gespräch mit Markus Steinmayr ihr Buch  „Eine neue Form von Akademie“ vor.

Als das Deutsche Fernsehen am 13. Oktober 1962 die erste Folge der bald äußerst beliebten Westernserie Bonanza ausstrahlte, waren an der Universität Gießen der Philosoph Hans Blumenberg, der Germanist Clemens Heselhaus und der Romanist Hans Robert Jauß gemeinsam mit dem Kölner Anglisten Wolfgang Iser gerade dabei, eine Forschungsgruppe zu gründen. Die Initiative dafür ging auf Clemens Heselhaus zurück, der schon seit Januar 1961 an der Universität Gießen den Aufbau eines „zwischenfachlichen“ Schwerpunkts für „Poetik und literarische Hermeneutik“ betrieb; der Schwerpunkt sollte der Grundstein für ein geplantes „Lessing-Institut“ werden. Diese Idee traf sich mit den Überlegungen Hans Blumenbergs, den der Gedanke an den Aufbau eines wissenschaftsgeschichtlichen Schwerpunkts in der neu zu gründenden Philosophischen Fakultät schon längst umtrieb, und jenen von Hans Robert Jauß und von Wolfgang Iser, der ab 1963 auch offiziell der Gruppe angehörte. Niemand ahnte damals, dass das Projekt „Poetik und Hermeneutik“ über dreißig Jahre bestehen und zu einer der einflussreichsten Unternehmungen in den Geisteswissenschaften der alten Bundesrepublik werden würde.

Das nun vorliegende Buch von Julia Amslinger: „Eine neue Form von Akademie“ beschreibt entlang der Nachlässe von Hans Blumenberg, Hans Robert Jauß und anderer Teilnehmer die Anfangsphase der Forschungsgruppe. Der Traum einer forschenden interdiszipinären Gemeinschaft wurde unter Ausschöpfung intellektueller, finanzieller, theoretischer, bürokratischer und medientechnischer Mittel in die Tat umgesetzt, gestaltete sich dann in der Realität aber gänzlich anders als geplant.

Julia Amslinger, Studium der Germanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin. 2007-2012 Promotionsvorhaben „Poetik und Hermeneutik“ in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“der Universität Konstanz. Frühjahr 2009 Forschungsaufenthalt an der University of California at Irvine und der Stanford University, California. Seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Jörg Wesche an der Universität Duisburg-Essen

Markus Steinmayr, Studium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft, Altgermanistik und Philosophie in Duisburg, Tübingen und Bochum, seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen in verschiedenen Funktionen, seit April 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft

Der Eintritt ist frei

KORRESPONDENZEN – Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog
ist eine neue gemeinsame Veranstaltungreihe der Buchhandlung Proust WÖRTER + TÖNE, des Evangelischen Studierendenzentrums „die BRÜCKE“ und des Vereins „Bildung und Kultur“